Mobile Web-Apps – eine Alternative?

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Derzeit gibt es für all modernen mobilen Geräte eine Vielzahl an nativen Apps um sein Gerät mehr oder weniger sinnvoll erweitern zu können. Viele dieser Apps sind nicht mehr als eine reine Informationsansammlung, wie sie jede Webseite bieten könnte. Auch Apps mit erweiterter Funktionalität könnten dank moderner Web-Technologien schon als Web-App umgesetzt werden und somit viele verschiedene Geräte bedienen. Native Apps sind speziell auf ein Gerät zugeschnitten und können daher auch spezielle Features des jeweiligen Gerätes ausnutzen, beispielsweise die Handykamera. Warum werden aber so viele Apps, die diesen Vorteil nativer Apps gar nicht nutzen, trotzdem nativ entwickelt?
Ein Vorteil ist, dass Apps momentan IN sind und oft nur entwickelt werden, um auch im AppStore präsent zu sein. Was AppStores allerdings wirklich auszeichnet ist der Vertrieb. Kostenpflichtige Apps, auch wenn sie vielleicht einfacher als Web-App zu realisieren gewesen wären, können über den AppStore leicht vertrieben werden. Durch In-App Käufe lässt sich das Angebot auch noch erweitern und verfeinern.
Dieser Vorteil ist aber keiner für die vielen kostenlosen Apps, die aufwändig und teuer produziert werden müssen, und dann erst auf einem speziellen Handytyp zur Verfügung zu stehen. In den Stores in denen die App dann aber zu finden ist, ist sie leichter zu finden als im WWW. Hier zeigt sich, dass Suchmaschinen wie Google noch nicht geeignet sind, um Web-Apps so einfach auffindbar zu machen, wie in AppStores. Die Anzahl normaler Desktop-Anwendungen und Webseiten überwiegt bei Suchergebnissen natürlich deutlich und noch ist es nicht so weit, dass bei Suchanfragen von mobilen Geräten passend auf diese Geräte zugeschnittene Ergebnisse zurückgeliefert werden.
Trotz dieser Nachteile von mobilen Web-Apps kann ein Vorteil deutlich überwiegen, nämlich der Aufwand der Umsetzung. Eine Web-App ist oft einfacher umzusetzen und funktioniert dann auch auf allen gängigen Geräten, mit Internetzugang. Einige Features, die native Apps auszeichnet sind hier etwas kniffliger. Was ist es überhaupt, das eine App im klassischen Sinn auszeichnet?

Was Apps von herkömmlichen Webseiten unterscheidet sind beispielsweise
– Ein eigenes Homescreen-Icon
– Ein Splashscreen (sofort Feedback beim Starten einer App)
– Keine Browsernavigation
– Komplett offline möglich
– Native Animationen
– GPS und Positionsbestimmung.

Vieles ist mittlerweile dank moderner Webtechnologien auch bei Webseiten möglich. Dank HTML5, CSS3 und JavaScript sind beispielsweise Animationen oder Videos ohne Flash möglich. Oder einfache und genaue Positionsbestimmungen.

Viele Neuerungen hat vor allem HTML5 gebracht. Auf Desktop-Webseiten vielleicht nicht wirklich spürbar, macht es auf mobilen Geräten Web-Apps erst richtig sinnvoll.
Allerdings ein Homescreen-Icon muss sich ein User selbst anlegen. Während native Apps vor dem ersten Gebrauch installiert werden und schon einen Platz auf dem Homescreen besetzen, kann man Web-Apps besuchen, ohne dass sie sichtbare Spuren auf dem Gerät hinterlassen. Das kann dazu führen, dass die Web-App nicht so leicht wiedergefunden werden kann, wie das Homescreen-Icon der normalen App. Um Abhilfe zu schaffen könnte man Beispielsweise Sprechblasen einblenden, die in Richtung des Buttons zum Erstellen von Bookmarks weist und den User aufmerksam macht, dass man die Web-App einfach manuell zum Home-Bildschirm hinzufügen kann.

HTML5

Video und Audio Tag

Bis vor kurzem wurden fast alle Videos im WWW mit Flash eingebunden. Ohne HTML5 würden Nutzer von iPhones, das bekanntlich nichts mit Flash anfangen kann, nicht in der Genuss von youTube-Videos kommen können. Dank HTML5 können Audio und Video ganz ohne Plug-in eingebunden werden und mit JavaScript gesteuert werden. Auch Bedienoberflächen zum vor- und zurückspulen, Lautstärkeregler, etc. sind damit möglich. Problematisch kann aber die Auswahl eines auf allen Geräten abspielbaren Formats sein. Weitere Informationen dazu findest Du im Artikel A/V für mobile Geräte.

Drag&Drop

RIAs (Rich Internet Applications) statt statischer Webseiten, ganz ohne Flash oder ähnlichen Plug-ins.

Canvas

Animationen direkt im Browser. Dadurch werden sogar schon einfache 3D-Spiele im Browser möglich. Ein Beispiel dazu: http://www.benjoffe.com/code/demos/canvascape/textures

Cache Manifest

Cache Manifest macht offline Web Applications möglich. Außerdem kann das Laden einer Web-App dadurch deutlich beschleunigt werden, was bedeutet, dass man nicht erst 2-3 Sekunden ein leeres Browserfenster vor sich hat wenn man eine Web-App mehr als einmal besucht.
Eine Einführung dazu findet man auf: http://www.html5rocks.com/tutorials/appcache/beginner/

Weitere Technologien

Web Workers

Eine API die “Background Scripts” in Web-Applicationen möglich macht um beispielsweise langwierige, rechenintensive Scripts ausführen zu können, und sich gleichzeitig User Interactions zu handeln.
http://www.html5rocks.com/tutorials/workers/basics/

Microdata

Macht das Web “semantischer”. Dadurch können existierende Items beschrieben und spezifiziert werden, was vorallem für Suchmaschinen interessant sein kann und in Zukunft bessere Suchergebnisse liefern könnte. Dadurch ist nichtmehr nur die reine Information einer Seite ausschlaggebend für Suchen, sondern auch ihre Funktion.

Web Storage

Bietet eine Client-seitige Methode um Session-Information zu speichern.

WebSockets

Mit dem WebSocket Interface wird eine fullduplex Verbindung über das WebSocket Protokoll möglich und lässt sich einfach mit JavaScript in die eigenen Webanwendungen implementieren.

Device API und File API

File API macht das Hochladen mehrere Dateien gleichzeitig möglich und den Upload per Drag&Drop, das heißt durch schieben von Dateien vom Desktop auf eine entsprechende Fläche im Browser!
Durch die Device API kann man auf Information wie beispielsweise die Orientierung (die Richtung in die ein Gerät gehalten wird) zugreifen.

Web SQL Database

Web SQL Database ermöglicht SQL auf der Clientseite.

Geolocation

Erst hierdurch werden Location Based Services möglich!

Frameworks

Es gibt schon verschiedenste Frameworks die neue Technologien nutzen um Look and Feel von nativen Applikationen zu erzeugen, beispielsweise:

– jQuery mobile
– jQ touch
– Sencha Touch
– Sproutcore
– Phonegap

Autor

Ingrid Menzl

Studentin Mobiles Internet (DM)

Ingrid Menzl, 1988 geboren, studiert seit 2007 an der FH St.Pölten Medientechnik und ist seit 2010 für ein renommiertes Unternehmen im Bereich Design & Development tätig. Sie beschäftigt sich in erster Linie mit Animation und Online-Werbung. …

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