Drucken am Handy: Apple Airprint und HP ePrint im Vergleich (Teil 3)

Drucken am Handy: Apple Airprint und HP ePrint im Vergleich
 

Nachdem ich bereits meine – letzlich tatsächlich weitgehend erfolgreichen – Versuche, einen HP Laserjet Pro CP1525nw in der Firma für AirPrint und HP ePrint zu installieren, geschildert habe, möchte ich mich diesmal mit der Installation im Heimnetzwerk beschäftigen.

Diesmal ist der kleine Bruder, der CP1525n an der Reihe. Das Gerät ist völlig baugleich mit dem nw-Modell, verzichtet aber auf die WLAN-Schnittstelle. Da ich aber bereits in den vorherigen Artikeln geschildert habe, dass auf WLAN problemlos verzichtet werden kann, wenn ein Netzwerkanschluss in der Nähe ist, ist das deutlich günstigere Modell mit Sicherheit die bessere Wahl. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist das fehlende USB-Kabel. Da ich aber ohnehin über das Netzwerk drucken will, sollte das kein Problem darstellen.

Mein Setup besteht also aus:

  • privaten Class-C Netzwerk für drahtgebundene und wireless-Geräte basierend auf einem handelsüblichen Breitband-WLAN-Router. An diesen hänge ich den Drucker per Kabel an.
  • MacBook mit OSX Lion
  • PC mit Windows Vista
  • iPhone und iPad mit iOS 5.x
  • Android-Handys mit OS-Version 2.1 bzw. 4

Da auch der CP1525n mit einer Treiber-CD von 2010 ausgeliefert wird, lade ich als erstes gleich mal die aktuellen Treiber und das Firmware-Update für den Drucker von der HP-Homepage herunter – die Installation beginnt damit gleich einmal mit einer Kaffeepause, während rund 200 MB im Schneckentempo meiner angegrauten ADSL-Verbindung auf meinen Rechner tröpfeln.

Installation der Treiber und Firmware

Die Installation des Treibers (das muss vor Installation des Firmware erfolgen) funktioniert dafür dann aber problemlos. Der über das Netzwerkkabel angehängte Drucker wird vom Installationsprogramm auf dem Mac per Bonjour sofort gefunden – die Installation des eigentlichen Treibers läuft so gut wie automatisch ab. Danach schlägt das Installationsprogramm die Einrichtung von ePrint vor. Leicht irritierend ist nur die Angabe, dass ich meinen Drucker “eventuell” für HP ePrint einrichten könnte, wenn dieser über WLAN verfügen sollte. Der CP1525n kann zwar kein WLAN, aber das stört das Installationprogramm wenig – es macht aber auch nichts anderes als meinen Browser zu öffnen und eine ePrint-Startseite (www.hp.com/go/eprint) zu öffnen. Ich werde also gleich mit der ePrint-Installation weitermachen.

Diese Webseite fordert mich zunächst zum Aussuchen meines Druckers auf, dann erscheint dieser Text:

HP ePrint ist jetzt für Ihren HP LaserJet Drucker verfügbar! Wählen Sie zum Aktivieren von ePrint weiter unten Ihr Betriebssystem aus, und starten Sie das Einrichtungsprogramm für HP ePrint.

Die Auswahl des Betriebssystems führt aber schlicht und einfach zum Download eines Firmware-Downloaders für die gewählte Plattform – mit Aktivieren des Druckers hat das zunächst wenig zu tun. Abgesehen davon habe ich die Firmware ja bereits im Internet gefunden und auch schon installiert – somit ist der Download völlig unnötig. Um den Test durchzuführen, lasse ich den Download der 12 MB-Software (wohlgemerkt – das ist nur ein Firmware-Downloader, nicht die Firmware selbst) zu. Meine Geduld macht sich aber nicht bezahlt. Die Software stürzt auf meinem MacBook mit OSX Lion nämlich nachvollziehbar ständig ab.

AirPrint

Da ich aber die Firmware schon zuvor heruntergeladen habe, starte ich das Update dieser jetzt eben per Hand – und tatsächlich funktioniert die Firmware-Installation über das Netzwerk auch problemlos. Daher probiere ich an dieser Stelle zunächst einmal AirPrint mit dem iPhone aus – und tatsächlich: AirPrint funktioniert bereits einwandfrei. Zu schade, dass HP AirPrint mit keinem Wort erwähnt. Unerfahrene Anwender könnten an dieser Stelle aufgeben, ohne zu wissen, dass sie bereits druckbereit sind. Würde HP den Drucker nicht mit der uralten Firmware ausliefern, könte man das Gerät also tatsächlich auspacken und sofort per AirPrint loslegen.

ePrint Versuch 2

Mein nächster Versuch, HP ePrint doch noch zum Laufen zu bekommen, führt über den eingebauten Webserver des Druckers. Leider hat mir das Modell die angenommene IP-Adresse nicht angezeigt. Ich probiere daher etwas herum und finde den Webserver nach kurzer Zeit. Und dort finde ich erneut unter dem Menüpunkt HP Webservices die Möglichkeit, die ePrint-Services zu aktivieren und weitere Informationen auszudrucken (warum eigentlich nicht anzuzeigen… na egal).

Auf dem Ausdruck finde ich schließlich die relevante Webadresse: eprintcenter.com und den eindeutigen Druckercode, den ich dort eingeben werde müssen. Tatsächlich funktioniert das Aktivieren des Druckers auf der Seite auch problemlos. So wie auch schon bei meinen Versuchen vor 2 Wochen zeigt das ePrintCenter eine Aufforderung zum Aktualisieren der Firmware an – diese will mich erneut auf www.hp.com/go/eprint schicken. Das ist natürlich nicht nur völlig sinnlos (ich habe ja schon die aktuelle Firmware) sondern auch verwunderlich. Immerhin ist das ePrintCenter ja bereits in Verbindung mit dem Drucker, es zeigt sogar – völlig richtig – an, dass der Drucker kein Papier mehr hat. Damit könnt aber auch problemlos die Firmware-Version übertragen werden…

Fazit

Warum HP seine Kunden selbst nachdem alles upgedated und installiert wurde, weiter mit Fehlermeldungen quält, die man auch nicht mehr wegbekommt, bleibt ein Geheimnis. Fest steht aber: im Heimnetzwerk war die Installation verhältnismäßig einfach und den Fehlermeldungen zum Trotz funktioniert HP ePrint auch. Von einer Mac-üblichen kinderleichten Installation noch immer weit entfernt, aber immerhin.

Autor

Grischa Schmiedl

Dozent Medientechnik, Digitale Medientechnologien

FH-Prof. DI Dr. Grischa Schmiedl wurde 1970 in Wien geboren und studierte Informatik an der TU Wien. Derzeit arbeitet er an der FH St. Pölten als Dozent in den Studiengängen Medientechnik und Digitale Medientechnologien und ist leitender Forscher …

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