Mobile Libraries & Frameworks

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Beschäftigt man sich mit der Entwicklung von mobilen Applikationen, stellt sich irgendwann die Frage, ob es denn nicht schon Libraries oder Frameworks gibt, die einem die Arbeit erleichtern können. Eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile von nativen Apps und web Apps ist im Artikel von Grischa zu finden. Zusätzlich bietet Heiko Behrens einen Vergleich über die verschiedenen Möglichkeiten eine App zu realisieren. In diesem Artikel habe ich einen Überblick über diverse schon verfügbare Ressourcen zusammengestellt.
Die Recherche ergab, dass es hauptsächlich Libraries und Frameworks zur Erstellung von Webapplikationen gibt. Apple ist derzeit der einzige Vertreter am Markt, der einen Styleguide für mobile Anwendungen anbietet. Alle anderen Mitstreiter haben leider noch nichts in diese Richtung veröffentlicht. Genaueres zum Thema Web Design für mobile Endgeräte hat sich Roman angesehen.

iPhone und iPad

Durch den von Apple vorgegebenen Styleguide sind einige Libraries und Frameworks für Webapplikationen entstanden, um genau diesen Anforderungen gerecht zu werden und das Look & Feel von nativen iPhone/iPad Applikationen wiederzugeben.
jQTouch ist ein Plugin für die sehr beliebte jQuery Library. Es bietet die Möglichkeit seine Web-Applikation genau dem Aussehen einer nativen iPhone Applikation anzupassen. Im Plugin enthalten sind neben den JavaScript Funktionen für diverse Animationen auch vorgefertigte CSS Dateien und die zugehörigen Bilder für verschiedene Themes.
iUI bietet, ähnlich wie jQTouch, die Möglichkeit Webapplikationen mit dem Apple Look & Feel zu bauen. Es ist ein eigenständiges Framework und spezialisiert sich auf die User Interface Elemente wie Buttons und Toolbars.
iWebkit ist ein weiteres speziell für iPhone Webseiten und Webapplikationen entwickeltes Framework. Verschiedene Themes werden über meta Tags gesteuert, die Hauptbestandteile werden über HTML Tags platziert und durch ihre Attribute vom Framework entsprechend interpretiert.

Libraries & Frameworks für Webapplikationen

Erst kürzlich in der Alpha Version erschienen, ist das mobile Framework von den Entwicklern von jQuery, jQuery Mobile. Es kombiniert jQuery mit jQuery UI und zahlreichen Erweiterungen für mobile Geräte. Einige Animationen wurden von jQTouch übernommen und erweitert.
Die XUI – Library ist bei der Entwicklung von PhoneGap entstanden. In der Library werden nur Funktionen verwendet die mobile Browser und Endgeräte auch wirklich unterstützen. Dadurch ist die Library viel performanter als andere JavaScript Libraries für den Desktopbereich.
Sproutcore-Applikationen werden in HTML5 und JavaScript geschrieben. Das Framework unterstützt einen dabei. Die Idee hinter Sproutcore ist, die gesamte Logik auf den Client auszulagern und die Server nur noch als Datenprovider zu benutzen.
Im Vergleich zu jQTouch ist Sencha Touch ein vollständiges Application-Framework für mobile Endgeräte, auch Pads. Die Anwendungen werden in HTML5 und JavaScript programmiert und man kann auf viele HTML5 spezifische Funktionen zugreifen. Sencha Touch bietet beispielsweise auch eine API für Geolocation und eine für local Storage.

Hybride Applikationen

PhoneGap ist eine OpenSource Lösung, um Webentwicklern über JavaScript eine Möglichkeit zu bieten, auf die Funktionen eines mobilen Endgerätes zugreifen zu können z.B. Kamera, GPS, lokale SQLite Datenbank usw. Man muss dafür keine vollständige Applikation schreiben. PhoneGap ermöglicht es eine Webapplikation innerhalb einer nativen Applikation auszuführen und ermöglicht somit vorher genannte Zugriffe.
Die Appcelerator Titanium Plattform übersetzt Webapplikationen für den nativen Gebrauch auf verschiedene Endgeräten. Das verwendete JavaScript wird dabei analysiert und vorkompilliert und dann auf die Funtionen der Titanium API gemapped. Danach kann über das Framework und die jeweilige SDK eine Applikation für das gewünschte Endgerät erzeugt werden.
Rhodes basiert auf Ruby, ist vom Rails Framework inspiriert und unterstützt das MVC Model. Die Views werden hierbei in HTML geschrieben. Das Framework bietet eine vollständige Serverumgebung auf dem Gerät und ermöglicht so den Zugriff auf native Funktionen des Gerätes.

Fazit

Für iPhone und Konsorten gibt es eigene Frameworks bzw. Libraries, die genau das von Apple vorgegebene Look & Feel wiedergeben. Für alle anderen gibt es Cross-Plattform Lösungen, die versuchen soviele Systeme wie möglich zu unterstützen. Welche sich davon halten werden, wird sich wohl erst mit der Zeit zeigen.

Autor

Thomas Eitler

Absolvent Digitale Medientechnologien, Schwerpunkt Mobiles Internet

Thomas Eitler wurde 1987 geboren und absolvierte, nach Abschluss der HTL St.Pölten, den Bachelor-Studiengang Medientechnik (Interaktive Medien) im Jahr 2010 an der FH St.Pölten. Im Moment ist er im Masterstudiengang "Digitale Medientechnologien" in …

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